Der große Ländervergleich

Als Arzt ins Ausland

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Deutsche Ärzte im Ausland: Zahlen & Fakten

In der aktuellen Ärztestatistik der Bundesärztekammer wird in jedem Jahr aufgeführt, wie viele Ärzte sich aus Deutschland auf den Weg in ein anderes Land gemacht haben.

Rund 2.000 Ärzte verlassen jährlich Deutschland, mehrheitlich handelt es sich dabei um deutsche Ärzte, etwas weniger um ausländische Ärzte, die nach ihrem Medizinstudium oder ihrer Tätigkeit in deutschen Kliniken und Praxen, das Land wieder verlassen.

Die Sprachbarriere scheint bei den beliebtesten Auswanderungszielen eine wichtige Rolle zu spielen, denn seit mehreren Jahren liegen die Schweiz und Österreich an der Spitze. Dahinter folgen bereits die USA. In Europa sind Großbritannien und Frankreich weitere beliebte Arbeitsorte deutscher Ärzte. Viele ausländische Ärzte zieht es von Deutschland nach Griechenland, Ungarn und Tschechien.

Im Gegenzug ist Deutschland für ausländische Ärzte weiterhin interessant. Im Jahr 2017 waren über 50.000 ausländische Ärzte in Deutschland tätig, die große Mehrheit in Kliniken. Knapp die Hälfte stammt aus der Europäischen Union. Die größten Gruppen sind Ärzte aus Rumänien, Syrien und Griechenland.

 

Interessante Daten auf einen Blick

 

Wichtige Tipps der Bundesärztekammer

Die Bundesärztekammer beantwortet die wichtigsten Fragen zur ärztlichen Tätigkeit im Ausland. Hier der Überblick:

Wo finde ich Informationen zum ärztlichen Berufszugang?

In der Regel sind die nationalen Gesundheitsministerien für Fragen rund um den ärztlichen Berufszugang Ansprechpartner. Bei Informationen bezüglich der Weiterbildung können auch die nationalen Ärztevereinigungen weitere Auskünfte bezüglich zuständiger Stellen geben. In manchen Ländern gibt es spezielle Registrierungsbehörden, die oft bei den Gesundheitsministerien angesiedelt sind (z.B. Medical Councils). Adressen finden sich in den Länderlisten der Bundesärztekammer (BÄK).

Wer regelt die Anerkennung in Europa?

Für Ärzte, die im europäischen Ausland arbeiten möchten, regelt die Europäische Richtlinie 2005/35/EG die gegenseitige Anerkennung der Ausbildungsnachweise für die ärztliche Grundausbildung sowie für die Weiterbildung zum Facharzt.

Sie gilt in den Staaten 

  • der Europäischen Union,
  • des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Norwegen, Liechtenstein und Island, sowie
  • in der Schweiz.

Die von den 28 EU-Mitgliedstaaten notifizierten Bezeichnungen der medizinischen Grundausbildung sowie der fachärztlichen Weiterbildung finden sich im Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG.

Facharzttitel: Wird dieser im europäischen Ausland anerkannt?

Eine automatische Anerkennung des Facharzttitels wird laut BÄK in einem Land der EU möglich,

  • wenn dieser in Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG sowohl für Deutschland und das Zielland (EU Mitgliedsstaaten) gelistet ist und
  • wenn die ärztliche Weiterbildung die Mindestanforderungen des Artikels 25 der Richtlinie 2005/36/EG erfüllt.

Ist dies nicht der Fall, wird die Anrechenbarkeit durch die national zuständige Stelle im Rahmen der allgemeinen Anerkennung geprüft. Die Anerkennung von Schwerpunkten, Fachkunden, fakultativen Weiterbildungen oder Zusatzbezeichnungen werden ebenfalls von den national zuständigen Behörden im Einzelfall geprüft.

Wie ist die Anerkennung im außereuropäischen Ausland?

Wenn Ärzte aus EU-Mitgliedsstaaten in außereuropäischen Staaten ärztlich tätig werden wollen, so ist die Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse immer eine Einzelfallentscheidung. In aller Regel muss das ärztliche Examen des Ziellands in der Landessprache nachgeholt werden. Außerdem werden Sprachnachweise oder Sogar Sprachtests gefordert.

Im Vorfeld ist es stets ratsam, sowohl die Landesärztekammer als auch die für die Anerkennung der Abschlüsse zuständige Behörde im Zielland zu kontaktieren und sich im Speziellen über Regularien und Richtlinien zu informieren.

Weiterbildung im Ausland: Was gilt es zu beachten?

Nicht in jedem Land ist ein Quereinstieg in entsprechende nationale Weiterbildungsprogramme einfach möglich. Hier rät die Bundesärztekammer ebenfalls dazu, dies vorab mit den jeweils zuständigen nationalen Stellen zu klären.

Vor dem Weggang ins Ausland empfiehlt es sich unbedingt, die Weiterbildungsabteilung der zuständigen Landesärztekammer zu kontaktieren. Für eine eventuelle Anrechenbarkeit von im Ausland absolvierten Weiterbildungszeiten durch die zuständige Landesärztekammer sollte

  • die Weiterbildungszeit mindestens sechs Monate betragen,
  • an einem weiterbildungsbefugten Haus stattfinden und
  • angemessen bezahlt sein.

Die Zeugnisse sollten möglichst detaillierte Angaben enthalten (Größe und Abteilungen des Krankenhauses, Leistungen der Abteilung, Auflistung der von Ihnen selbständig verrichteten Tätigkeiten) und möglichst die Inhalte der Weiterbildungsord­nung (WBO) der zuständigen Landesärztekammer weitestgehend widerspiegeln.

Für die Schweiz gibt es ein eigenes Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Berufsdiplomen.

Niederlassung im Ausland: Welche Besonderheiten gibt es?

Wenn die Ausbildung und Weiterbildung den Anforderungen der Richtlinie 2005/35/EG entspricht, dann besteht für Ärzte Niederlassungsfreiheit in allen Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums.

Allerdings sollten sich Ärzte zuvor über die Strukturen des jeweiligen Gesundheitssystems erkundigen. So kennen die Niederlande oder England beispielsweise innerhalb des sozialen Sicherungssystems in der Regel keine niedergelassenen Fachärzte, in einigen Ländern sind am Krankenhaus angestellte Fachärzte nebenher in einer privatärztlichen Praxis tätig.

Entsprechend sind auch Kenntnisse über das Land und sein Gesundheitswesen Grundvoraussetzung, um sich nach den Möglichkeiten einer Niederlassung innerhalb oder außerhalb des sozialen Sicherungssystems zu informieren.

Was geschieht mit der Altersvorsorge, wenn ich ins Ausland gehe?

Bitte wenden Sie sich an Ihr zuständiges Versorgungswerk, um Fragen rund um die Altersversorgung, Ihre Anwartschaften sowie die Möglichkeit einer eventuellen Überleitung von Anwartschaften im Falle eines Weggangs ins Ausland abzuklären.

Quelle: Bundesärztekammer
 

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Welches Land passt zu mir?

Denken Sie darüber nach, im Ausland ärztlich tätig zu werden?  Hier finden Sie heraus, welches der vorgestellten Länder am besten zu Ihnen passen würde.

 
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